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Autor Thema: Mehrwertige Logik
JunkerVoland
Mietsklave

ID # 11

  erstellt: 28. April 2003 21:14    zitat    pm   mail  
So. Da ich natürlich am allerliebsten mich selbst reden höre , kopiere ich gleich mal was vom Grill, wo es ja zwischen all den saftigen Lenden- und ähnlichen Stücken ein wenig untergegangen ist, hierher:

>Geschrieben von Junker Voland am 31. Januar 2003 20:35:20:

*sich in seinen lieblingsohrensessel flätzt*
*sich über den samowar freut und erstmal ein teeglas füllt*


...Ich hätte an dieser Stelle nun ebenfalls ein sehr hübsches Modell vorzustellen.

*einen besonders eleganten erkenntnisklotz nachlegt*
*entzückt in das lodern der weisheitsflammen starrt*

Es handelt sich um die von mir persönlich präferierte und praktizierte Viereckenlogik des Nagarjuna:
Die herkömmliche europäische Logik, nebst den darauf basierenden Weltanschauungen, stützt sich auf die Zweiwertigkeit "ist" und "ist nicht", bzw. "sein" und "nicht-sein". Hierbei wird in letzter Konsequenz in Begriffen der Substanz gedacht, was, so scheint mir insbesondere angesichts der heutigen Kosmologie der Physik, nicht so recht Zeitgemäß ist.

*teeschlürfend gedankenverloren in das flammenspiel schaut*

Die Viereckenlogik besagt nun, daß im Substanzbegriff der Zweiwertigkeit eine Eigennatur der empirisch erscheinenden Dinge unterstellt wird. Die Erscheinung also wird als eigenständig seiende Größe begriffen und beschrieben. Sie ist. Allerdings wird "sein" in der Viereckenlogik definiert als tatsächlich Eigennatur besitzend, dadurch unabhängig und dadurch ewig, nämlich allen Wechselfällen enthoben. "Nicht sein" wird hierbei dann verstanden als Ausdruck der Vernichtung.
Diesen Begriffen von "sein" und "nicht-sein" stehen die empirischen Erscheinungen gegenüber, die durch ihr Entstehen und Vergehen belegen, daß sie in stetem Wandel begriffen sind, mithin also weder "sein" noch "nicht-sein" auf sie zutrifft. So bildet dieses "weder - noch" die zwei weiteren Eckpfeiler dieser Logik.
Wir haben also die Ecken "sein", "nicht-sein", "weder sein", "noch nicht-sein", mit deren Hilfe die Erscheinungswelt betrachtet wird. Nach dieser Art der Betrachtung spielt sich die Welt ZWISCHEN Sein und Nicht-Sein als ein großes Spiel der Bedingtheiten ab. Die Erscheinungen SIND nicht, denn dann wären sie ewig; sie werden auch nicht vernichtet, denn sie besitzen eben keine Eigennatur. Sie sind ohne diese unabhängige Eigennatur, weil sie in all ihren Aspekten zusammengesetzt sind: Dinge bestehen aus Dingen bestehen aus Dingen etc.p.p. Sie sind zeitlich befristete Erscheinungen, die von fluktuierenden Daseinsfaktoren hervorgebracht werden. Welt ist hierbei ein dynamischer Prozeß unablässigen Werdens, dem kein Substrat zugrunde liegt. Dies bedeutet, daß die Erscheinungen nicht SIND, sondern geschehen. Dies tun sie allerdings auch nicht monolinear kausal, d.h. es gibt keine einzige und erste Ursache, sondern konditional, d.h. die einzelnen Daseinsfaktoren sind nicht alleinige Ursache, sondern Bedingung neben an deren Bedingungen.
Der Wahrheitsbegriff erfährt durch diese Logik eine Teilung in relativ und absolut. Relativ sind hierbei die sprachlich faßbaren Wahrheiten der Erscheinungswelt. Hier besteht ein Gewahrsein für die Vielzahl möglicher Sichtweisen, Beschreibungen etc. Die Wahrheit der Naturwissenschaften steht hier gleichwertig neben den Wahrheiten der Künste, Religionen etc., sowie neben all den individuellen relativen Wahrheiten. Die letzte Wirklichkeit, also die absolute Wahrheit, jedoch liegt jenseits all der Formen des relativen Bereiches. Erfahrung der absoluten Wahrheit ist die Erfahrung der Transzendenz und Zeitlosigkeit - des Seins.

*sich zufrieden und mit leicht irrem Blick noch tiefer in den Sessel sinken läßt*

Voland

-----------------------
Erkenntnis ist nicht das Wissen über das Universum, sondern lebendige Erfahrung der Natur des Universums.

Beiträge: 187 | Mitglied seit: April 2003 | IP: gespeichert
Morgana
YoGURette

ID # 1

  erstellt: 30. April 2003 15:39    zitat    pm   mail  
*sich in seinen lieblingsohrensessel flätzt*

AU-AAAAA!!!

*unterdemjunkerhinternhervorkriecht*

*ihrederangiertenfedernordnet*

Kannst Du nicht EINMAL aufpassen??? Nur EIN EINZIGES MAL in 2000 Inkarnationen?????

*sichaufplustertundzueinerlängerenstandpaukeansetzt*

*sich über den samowar freut und erstmal ein teeglas füllt*

*densamowarerblickt*

*mittenimsatzstockt*

Äääääh...

*glasinhalt*

*aufscanapésetz*

...Ich hätte an dieser Stelle nun ebenfalls ein sehr hübsches Modell vorzustellen.

*gedankenverlorenvorsichhinsummt*

Sie ist ein Model und sie sieht gut aus... dängdäng dängdängdäng däng dängdäng
Ich nähm' sie heut gerne mit zu mir nach haus... dängdäng dängdängdäng däng dängdäng

*einen besonders eleganten erkenntnisklotz nachlegt*
*entzückt in das lodern der weisheitsflammen starrt*


*leichtanfängtzuschwitzen*

Gibt es im Klotzgeschäft eigentlich so etwas wie Sommerpause? Hier im Osten wird es nämlich schon wieder schwül...

Es handelt sich um die von mir persönlich präferierte und praktizierte Viereckenlogik des Nagarjuna:

Ohgottogottogott. Ich glaube, darüber hab ich mal nen Vortrag gehört... und naturgemäß nicht viel verstanden...

Die herkömmliche europäische Logik, nebst den darauf basierenden Weltanschauungen, stützt sich auf die Zweiwertigkeit "ist" und "ist nicht", bzw. "sein" und "nicht-sein". Hierbei wird in letzter Konsequenz in Begriffen der Substanz gedacht, was, so scheint mir insbesondere angesichts der heutigen Kosmologie der Physik, nicht so recht Zeitgemäß ist.

Gna?

Sein und Substanz hat mit Logik nun wirklich NICHTS zu tun. Logik untersucht die Beziehungen zwischen Zeichen und ordnet Zeichenkomplexen WAHRHEITSWERTE zu. Es geht nicht um seinodernichtsein, sondern um Wahrheit und Falschheit, w und f.

In der klassischen Logik gibt es nur diese zwei Werte, es existieren jedoch auch mehrwertige Logiken, die z.B. mit Modaloperatoren arbeiten, wodurch ein dritter Wahrheitswert erzeugt wird.

Beispiel:

(n) bedeute: "notwendig" im Sinne von "wahr in allen möglichen Welten", (m) bedeute: "möglich" im Sinne von "wahr in manchen möglichen Welten".

Für A (in EINER möglichen Welt) gilt dann:

Wenn wahr ist, dass A, dann ist wahr, dass (m)A.
Aber: wenn falsch, ist dass A, welcher Wahrheitswert gilt dann für (m)A?
Wir wissen es nicht, d.h. wir können der Aussage weder den Wahrheitswert f noch w zuordnen.

Andersherum:

Wenn falsch ist, dass A, dann ist falsch, dass (n)A.
Aber: wenn wahr ist, dass A, welcher Wahrheitswert gilt dann für (n)A?
Gilt "A" für alle möglichen Welten? Dies ist aus der Wahrheit von A in dieser Welt nicht abzuleiten - ergo: Unbestimmtheit des Wahrheitswertes.

Modallogiken brauchen daher mindestens einen dritten Wahrheitswert für solche unbestimmten Fälle.

Naja, ich hab nicht viel Ahnung von nichtklassischen Logiken - wie gesagt, meine Fähigkeiten zur Abstrahierung stoßen schon bei der mathematischen Logik an ihre Grenzen - aber das hat mich aus irgendeinem Grund nicht davon abgehalten, mir ein paar Vorlesungen und Seminare zum Thema reinzuziehen. Spannend war es allemal.

Wir haben also die Ecken "sein", "nicht-sein", "weder sein", "noch nicht-sein", mit deren Hilfe die Erscheinungswelt betrachtet wird.

HA! Ich hab tatsächlich meine alten Aufzeichnungen von jenem Vortrag gefunden...

Formalisiert wären die 4 Ecken:

p, -p, p&-p, -(p&-p)

..."Nagarjuna", tatsächlich, da steht's... hättest Du das nicht gesagt, hätte ich's aber nicht mehr entziffern können... *sichzumxtenmalüberihresauklaueärgert*

Im folgenden ging es dann hauptsächlich um die Negation dieses Tetralemmas:

1) Ich sage nicht p
2) Ich sage auch nicht nicht-p
3) Ich sage auch nichts anderes
4) Ich sage auch nicht nein zu (3)

also:

1) -p
2) -(-p)
3) -(p&-p)
4) -(pv-p)

Es folgt noch die Negation des Tetralemmas:

5) "Ich sage nicht nein nein" (? hoffe, ich hab das richtig entziffert. Da steht auch noch irgendwas von Brahman...) = Verneinung von (4) (schwache Verneinung) oder Verneinung von (1) bis (4) (starke Verneinung).

Ähja, und jetzt bin ich doch gerade auf die Website von meinem damaligen nicht-Standard-Logiken-Prof gestoßen, der auch Co-Referent beim zitierten Vortrag war und in seiner Freizeit mit Stundenten Familienaufstellung übte --- was soll ich sagen: DER IST VÖLLIG IRRE!!!

Ich glaube, das war auch der Grund, warum ich mich damals tatsächlich um viertel nach 8 Uhr MORGENS in eine Logik-Vorlesung gequält habe, wo sich doch normalerweise die philosophischen Denkapparate kaum vor 8 Uhr abends in Bewegung setzten...

*denschweifendenblickwiederaufdenjunkerfixiert*

Äh, wo waren wir???

Nach dieser Art der Betrachtung spielt sich die Welt ZWISCHEN Sein und Nicht-Sein als ein großes Spiel der Bedingtheiten ab. Die Erscheinungen SIND nicht, denn dann wären sie ewig; sie werden auch nicht vernichtet, denn sie besitzen eben keine Eigennatur. Sie sind ohne diese unabhängige Eigennatur, weil sie in all ihren Aspekten zusammengesetzt sind: Dinge bestehen aus Dingen bestehen aus Dingen etc.p.p. Sie sind zeitlich befristete Erscheinungen, die von fluktuierenden Daseinsfaktoren hervorgebracht werden. Welt ist hierbei ein dynamischer Prozeß unablässigen Werdens, dem kein Substrat zugrunde liegt. Dies bedeutet, daß die Erscheinungen nicht SIND, sondern geschehen. Dies tun sie allerdings auch nicht monolinear kausal, d.h. es gibt keine einzige und erste Ursache, sondern konditional, d.h. die einzelnen Daseinsfaktoren sind nicht alleinige Ursache, sondern Bedingung neben an deren Bedingungen.

Aberaberaber...

Das ist doch reinste ONTOLOGIE, und keine Logik!!!
Oder reden wir hier von Wittgensteinschen Dingen???
Ähm, diesen Absatz mit dem Tractatus zu vergleichen, überlasse ich einfach mal dem Beilchen, wenn es wieder da ist...

Was der gute Varga dagegen gemacht hat - und in der Praxis offenbar immer noch tut - ist, das Tetralemma als psychischen Prozess auszulegen. Es geht darum, von einer zur nächsten Position überzuwechseln, und das, wenn ich mein Gekritzel richtig entziffern kann, endlos; mit Position 5 wäre man auf einer höheren Stufe von Position 1 angekommen.

Logisch gesehen haben wir es eben mit einer nicht-klassischen Form zu tun, die mit mindestens 3 verschiedenen Negationen arbeitet. Position 1 und 2 benutzen die klassische Verneinung. Wenn aber gilt: -p und p, dann komme ich mit meiner klassischen zweiwertigen Logik in Schwierigkeiten, denn in dieser gilt der Satz vom ausgeschlossenen Dritten, der Fall p&-p ist also nicht möglich. Daher muss die Negation in Position 3 eine andere sein als die klassische, so dass -p neben p gelten kann. In Position 4 kommt noch eine dritte Verneinung hinzu, die mit der klassischen Logik dann gar nichts mehr zu tun hat.

Puuuh, da muss ich mich nochmal in aller Ruhe mit beschäftigen...

Der Wahrheitsbegriff erfährt durch diese Logik eine Teilung in relativ und absolut. Relativ sind hierbei die sprachlich faßbaren Wahrheiten der Erscheinungswelt. Hier besteht ein Gewahrsein für die Vielzahl möglicher Sichtweisen, Beschreibungen etc. Die Wahrheit der Naturwissenschaften steht hier gleichwertig neben den Wahrheiten der Künste, Religionen etc., sowie neben all den individuellen relativen Wahrheiten. Die letzte Wirklichkeit, also die absolute Wahrheit, jedoch liegt jenseits all der Formen des relativen Bereiches. Erfahrung der absoluten Wahrheit ist die Erfahrung der Transzendenz und Zeitlosigkeit - des Seins.

Lustig, damit behauptest Du praktisch genau das Gegenteil vom oben Gesagten (hähä, Du arbeitest ja auch nicht mit der VERNEINUNG - vielleicht liegt's daran...). "Das Sein", also das Höchste, wäre nach Deiner Auslegung ja auf Position 1 anzusiedeln. Nach der von mir zitierten, sind 1 und 2 nur die Startpunkte, in 3 wird es langsam spannend (Begriffsveränderung), aber der große Sprung aus dem derzeitigen Kontext heraus wird erst mit der Verneinung von 3 und dem Übergang zu 4 gemacht.
Ähmja, und dann fehlt nur noch der Übergang zu 5, der entweder so aussieht, dass ich 4 negiere und von vorn anfange, auf einer höheren Ebene sozusagen, oder dass ich irgendwann merke, dass ich so überhaupt nicht weiterkomme und das ganze Tetralemma negiere - und damit wäre ich dann aus der Logik direkt ins Nirvana gehüpft...

*sich zufrieden und mit leicht irrem Blick noch tiefer in den Sessel sinken läßt*

*nichtnurleichtsondernVÖLLIGIRREkichert*

*indieteekannehüpftunddendeckelfestezumacht*
Gaga

-----------------------
In the beginning the Universe was created. This has made a lot of people very angry and been widely regarded as a bad move.
-----Douglas Adams

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JunkerVoland
Mietsklave

ID # 11

  erstellt: 15. Mai 2003 17:06    zitat    pm   mail  
>AU-AAAAA!!!
*unterdemjunkerhinternhervorkriecht*
*ihrederangiertenfedernordnet*
Kannst Du nicht EINMAL aufpassen??? Nur EIN EINZIGES MAL in 2000 Inkarnationen?????<

*seufzt*

*zu sich selbst*
Sie legt es drauf an! Seit JAHRTAUSENDEN legt sie es drauf an, diese irre Ente! Sie wird sich NIE ändern!
*nochmal seufzt*

>Äääääh...<

Aber natürlich doch, meine Liebe!
*der ente das glas füllt*

>Gibt es im Klotzgeschäft eigentlich so etwas wie Sommerpause?<

Nein, niemals! Und schon gar nicht im Sommer!!!


>Ohgottogottogott. Ich glaube, darüber hab ich mal nen Vortrag gehört... und naturgemäß nicht viel verstanden...<

Och, so schlimm ist das doch gar nicht!


>In der klassischen Logik gibt es nur diese zwei Werte, es existieren jedoch auch mehrwertige Logiken, die z.B. mit Modaloperatoren arbeiten, wodurch ein dritter Wahrheitswert erzeugt wird.<

DAS wäre jetzt wohl auch für den Wurzelwerk-Micha interessant, wenn er nicht beschlossen hätte, daß der Intellekt und das Magische völlig getrennte und unvereinbare Bereiche seien *nochmal seufzt*

>Formalisiert wären die 4 Ecken:
p, -p, p&-p, -(p&-p)<

GENAU!
*freu*

>Im folgenden ging es dann hauptsächlich um die Negation dieses Tetralemmas:
1) Ich sage nicht p
2) Ich sage auch nicht nicht-p
3) Ich sage auch nichts anderes
4) Ich sage auch nicht nein zu (3)
also:
1) -p
2) -(-p)
3) -(p&-p)
4) -(pv-p)
Es folgt noch die Negation des Tetralemmas:
5) "Ich sage nicht nein nein" (? hoffe, ich hab das richtig entziffert. Da steht auch noch irgendwas von Brahman...) = Verneinung von (4) (schwache Verneinung) oder Verneinung von (1) bis (4) (starke Verneinung).<

*schwitz*
Ich muß ja zugeben, daß ich das in DIESER Form zum ersten Mal sehe...

>was soll ich sagen: DER IST VÖLLIG IRRE!!!<

Liegt vielleicht in der Natur der Sache, ne.

>Ich glaube, das war auch der Grund, warum ich mich damals tatsächlich um viertel nach 8 Uhr MORGENS in eine Logik-Vorlesung gequält habe, wo sich doch normalerweise die philosophischen Denkapparate kaum vor 8 Uhr abends in Bewegung setzten...<

GRUNDGÜTIGER! VIERTEL NACH ACHT? AM MORGEN!!???! Bißchen masochistisch veranlagt, hmh!?

>Das ist doch reinste ONTOLOGIE, und keine Logik!!!<

Ja, is Ontologie! *wieder seufzt*
Basierend auf dieser Betrachtungsweise wurde eine dialektische Logik entwickelt, der alles außer das Absolute als einfach nur relativ gilt. Alle nichtabsoluten Ereignisse werden als von Widersprüchen erfüllt gesehen, wodurch ihre letztgültige Unwirklichkeit offenbar wird. Daher wird das Absolute selber meist in widersprüchlichen Begriffen definiert.

>Es geht darum, von einer zur nächsten Position überzuwechseln, und das, wenn ich mein Gekritzel richtig entziffern kann, endlos; mit Position 5 wäre man auf einer höheren Stufe von Position 1 angekommen.<

Ja genau! Das ist die Sache mit den zwei Wahrheiten - da kann ich mich ja auch nochmal zu äußern. Nur heute nicht mehr, da fehlt mir die Zeit.


*es jetzt leider wirklich eilig hat*

>*indieteekannehüpftunddendeckelfestezumacht*<

*an die kanne klopft*
Also ich mach mich für heute fort... Gehabt Euch einstweilen wohl, hochverehrteste Ente!

*die kanne auf ein stöfchen stellt, damit die ente es auch schön warm hat*
*sich im weggehen fragt, ob das stöfchen nicht vielleicht etwas groß war*
*findet, daß eine regentonne voll glühender kohlen einfach nur den tee richtig gut warmhält*

Voland

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Morgana
YoGURette

ID # 1

  erstellt: 18. Januar 2004 14:47    zitat    pm   mail  
Letzte Meldung:

Soeben ist mir aufgegangen, dass der gute alte Spare seine lustige Neither-Neither-Geschichte offensichtlich bei den buddhistischen Logikern abgeschrieben hat, der Sack...

Transgressing Conception by a Lucid Symbolism.

Man implies Woman, I transcend these by the Hermaphrodite, this again implies a Eunuch*; all these conditions I transcend by a "Neither" principle, yet although a "Neither" is vague, the fact of conceiving it proves its palpability; and again implies a different "Neither"**.

But the "Neither-Neither" principle of those two, is the state where the mind has passed beyond conception, it cannot be balanced, since it implies only itself. The "I" principle has reached the "Does not matter - need not be" state, and is not related to form. Save and beyond it, there is no other, therefore it alone is complete and eternal. Indestructible, it has power to destroy - therefore it alone is true freedom and existence. Through it comes immunity from all sorrow, therefore the spirit is ecstasy. Renounce everything by the means shown, take shelter in it.

* Sex-less.
** They being dual have analogy to certain early sex principles in nature. They are carried further in the sacred alphabet, being too abstruse to explain by orthodox words and grammar.

A. O. Spare, The Book of Pleasure


Haben die eigentlich ALLE geklaut??? War niemand von denen in der Lage, sein eigenes System zu entwickeln (und mit "eigen" meine ich NICHT, sich ein paar asiatische Versatzstücke zusammenzuklauben und eine hübsche schwarze Schleife drum zu binden)?

Wie dem auch sei, das fügt zu der logischen und der ontologischen Komponente nun auch noch eine psychologische - oder magische, je nachdem, wie man das sehen möchte - hinzu, also genau das, was mein alter Logikprof schon vor zehn Jahren erkannt zu haben scheint...

Wie auch immer, Ihr seid mir hier offenbar noch eine Antwort schuldig, werter Voland. Enten vergessen NIE etwas!

*jetzzumselbstverneinendenselbstversuchschreitet*
Lady M. Gaga

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JunkerVoland
Mietsklave

ID # 11

  erstellt: 20. Januar 2004 14:55    zitat    pm   mail  
>Soeben ist mir aufgegangen, dass der gute alte Spare seine lustige Neither-Neither-Geschichte offensichtlich bei den buddhistischen Logikern abgeschrieben hat, der Sack...<

*gnicker*
No comment


>Haben die eigentlich ALLE geklaut??? War niemand von denen in der Lage, sein eigenes System zu entwickeln (und mit "eigen" meine ich NICHT, sich ein paar asiatische Versatzstücke zusammenzuklauben und eine hübsche schwarze Schleife drum zu binden)?<

Aber vielleicht hat es der olle Austin ja selber erkannt. Wer weiß.

>Wie dem auch sei, das fügt zu der logischen und der ontologischen Komponente nun auch noch eine psychologische - oder magische, je nachdem, wie man das sehen möchte<

Na DIE gibt es eh. Die hat nicht erst Austin hinzugefügt.

>Wie auch immer, Ihr seid mir hier offenbar noch eine Antwort schuldig, werter Voland. Enten vergessen NIE etwas!<


Ähhhhhmmmmmm ---- was war noch gleich die Frage?
*manchmal doch etwas in die Jahre gekommen ist

Voland

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Morgana
YoGURette

ID # 1

  erstellt: 20. Januar 2004 17:41    zitat    pm   mail  
Zitat:
>Es geht darum, von einer zur nächsten Position überzuwechseln, und das, wenn ich mein Gekritzel richtig entziffern kann, endlos; mit Position 5 wäre man auf einer höheren Stufe von Position 1 angekommen.<

Ja genau! Das ist die Sache mit den zwei Wahrheiten - da kann ich mich ja auch nochmal zu äußern. Nur heute nicht mehr, da fehlt mir die Zeit.



*draufzeig*

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MBÄH
Gast



  erstellt: 21. Januar 2004 15:50    zitat   
Sehr interessant! Höre ich heute das erste Mal davon - klingt aber auch ganz gewaltig nach einer Geschichte, die der Physiker Heim in seinen "Elementarstrukturen der Materie" beschreibt - höhere Matrizenrechnerei, wird bei ihm als Syntrizenberechnung beschrieben und kann qualitative, quantitative und absolute Zustände beschreiben (so zumindest sagte er - bis heute gibt es nur 2-3 Physiker, die das irgendwie nachvollziehen können und bestätigen, das zumindest an der Formulatur des ganzen nix verkehrt ist).

MB

IP: gespeichert
JunkerVoland
Mietsklave

ID # 11

  erstellt: 22. Januar 2004 17:34    zitat    pm   mail  
Zitat:
Zitat:
>Es geht darum, von einer zur nächsten Position überzuwechseln, und das, wenn ich mein Gekritzel richtig entziffern kann, endlos; mit Position 5 wäre man auf einer höheren Stufe von Position 1 angekommen.<

Ja genau! Das ist die Sache mit den zwei Wahrheiten - da kann ich mich ja auch nochmal zu äußern. Nur heute nicht mehr, da fehlt mir die Zeit.



*draufzeig*



*sich in den sessel fläzt*

Ach JAAA! Also, dieser Sichtweise zufolge gibt es zwei Wahrheiten: Die relative/konventionelle, die abhängig ist von Konzepten und Sprache, und die absolute, d.h. die Erkenntnis des anfangslosen Nicht-Bedingten, der Leerheit.

Hierzu gibt es nochmals unterschiedliche Ansätze. Ich fange mal an mit Chittamatra:

Im sogenannten Chittamatra etwa wird der Ausgangszustand als ein dualistisches Erscheinen von Erfassendem und Erfaßtem beschrieben, der Zustand des Erkennens als Bewußtsein ohne Dualität. Chittamatra bedeutet "nur Geist" und so wird die Welt gesehen: Alles ist rein und ausschließlich nur im Geist. Ein solipsismus wird hierbei vermieden durch die Erkenntnis der Leerhheit des Selbst.

Die relativen Wahrheiten sind hierbei die Konstruktionen, die der Geist so hervorbringt, die absolute Wahrheit ist die Einsicht in die umfassende Leerheit und die Ungeteiltheit des Geistes.

Soviel für Heute.

Dä Voland

Und in der nächsten Folge sehen sie: Die Formen des Madhyamaka.

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Beiträge: 187 | Mitglied seit: April 2003 | IP: gespeichert
Rabbi_Tachel
Mietsklave

ID # 5

  erstellt: 22. Januar 2004 18:05    zitat    pm   mail   hp  
Was für einen Sinn macht es, im Rahmen einer Logik von einer absoluten Wahrheit zu sprechen? Das ist doch ähnlich, als wollte ich den Gottesbegriff in die Logik einführen?

*dasnurmalwissenwollte*
Reb Tachel

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Wer Stroh im Kopf hat, fürchtet den Funken der Wahrheit.



Beiträge: 435 | Mitglied seit: März 2003 | IP: gespeichert
JunkerVoland
Mietsklave

ID # 11

  erstellt: 22. Januar 2004 18:34    zitat    pm   mail  
Zitat:
Was für einen Sinn macht es, im Rahmen einer Logik von einer absoluten Wahrheit zu sprechen? Das ist doch ähnlich, als wollte ich den Gottesbegriff in die Logik einführen?

*dasnurmalwissenwollte*
Reb Tachel



Na ja, die absolute Wahrheit steht ja nicht im Rahmen der Logik. Sie steht in überhaupt gar keinem Rahmen. Gewissermaßen ist hierbei die Logik das Werkzeug, das über die koneventionellen Wahrheiten, damit letztlich auch über sich selbst und, das sei nur amm Rande bemerkt, natürlich auch über alle Gottesbegriffe hinausführt.

Aber voraussichtlich morgen werde ich das natürlich NOCH ein wenig gründlicher erläutern. Dazu brauche ich ein wenig Zeit.


Voland

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